Die Tiroler Behörden in Österreich führen auf der Inntalautobahn (A12) an bestimmten Tagen Blockabfertigungen für Lkw durch – Staus mit Längen von bis zu 30 Kilometern auf den deutschen und italienischen Autobahnen sind die Folge. Bei Blockabfertigung in Tirol dürfen pro Stunde maximal 250 bis 300 Lkw auf die Inntalautobahn auffahren. „Damit steigen die Risiken für die Verkehrssicherheit massiv an: Lkw müssen auf dem Seitenstreifen abgestellt werden, Rastanlagen sind überlastet, Fahrer stehen unter Druck. Für die bayerischen Speditions- und Logistikunternehmen bedeutet das drastische Verzögerungen, erhebliche Mehrbelastungen für das Fahrpersonal, Nichteinhalten wichtiger Kontrakte und damit drohende Vertragsstrafen aufgrund der Wartezeiten. Gleichzeitig steigt auch das Unfallrisiko für Pkw-Fahrer, verbunden mit unnötig verlängerten Reisezeiten“, bezieht Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des LBS - Landesverband Bayerischer Spediteure (LBS), Stellung.

Die Blockabfertigung ist nicht die erste Maßnahme zur Beschränkung oder Ver-teuerung des Lkw-Verkehrs in Tirol. Unter anderem gibt es bereits ein sektorales Fahrverbot mit stufenweisen Verschärfungen, die in den nächsten Jahren zum Tragen kommen, zahlreiche dauerhafte Streckensperrungen auf Bundesstraßen, Sondermauten, eine doppelte Nachtmaut sowie flächendeckende und praktisch lückenlose Kontrollen des Schwerverkehrs auf der Inntalautobahn. Die neueste Verkehrseinschränkung des Landes Tirol, die Blockabfertigung, wurde zuletzt am 9. Dezember, am 2. November und am 27. Oktober eingesetzt. „Neben den von der Tiroler Regierung bewusst in Kauf genommenen Folgen dieser Maßnahme wie Staus und Überlastung der Rastanlagen ist die Kurzfristigkeit der Bekanntgabe eine weitere Hürde für die LBS-Unternehmen, denn die Zeit für eine echte Alternativplanung fehlt“, greift Lehmann einen weiteren Diskussionspunkt auf.

Das erklärte Ziel der Tiroler Landesregierung heißt, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Doch eine reibungslose Nutzung des Verkehrsträgers in erforderlichem Umfang ist nicht möglich, mit den kurzen Vorlaufzeiten schon gar nicht denkbar. Schon 2011 gab es im Zusammenhang mit der Einführung des sektoralen Fahrverbots ein Vertragsverletzungsverfahren; dies wurde damals unter anderem deshalb aufgehoben, weil die RoLa („Rollende Landstraße“) nicht genügend Kapazitäten zur Verfügung stellen konnte, um die anliegenden Transporte zeitnah und umfassend durchzuführen. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Alternative Routen durch die Schweiz, die Gotthard-Strecke beispielsweise, bergen zusätzliche Zollformalitäten und Grenzkontrollen in sich, abgesehen von unökonomischen und unökologischen Umwegen für Ladung aus dem bayerischen Raum. „Die Blockabfertigung in Tirol würde damit schlussendlich zum Aufbau von klimaschädlichen, kostentreibenden Umwegverkehren beitragen“, stellt Lehmann fest.

„Der alpenquerende Verkehr und die daraus resultierende Belastung für die betroffenen Regionen ist für alle Beteiligten eine echte Herausforderung, die nur gemeinsam zu lösen ist. Insofern ist das Vorgehen Tirols insgesamt sehr befremdlich und auch kontraproduktiv. Es werden hier Tatsachen geschaffen ohne Absprache mit den Anrainerstaaten. Die Blockabfertigung in Tirol stellt, abgesehen vom erhöhten Unfallrisiko und den provozierten Staus und Behinderungen auf der deutschen und italienischen Seite, wieder einmal einen klaren Verstoß gegen den EU-Grundsatz des freien Warenverkehrs dar. Wir begrüßen daher ausdrücklich den am 8. Januar geplanten „Brenner-Gipfel“ unter der Leitung der EU-Kommission, um eine einvernehmliche Lösung für den Brennerkorridor zu erzielen. Die Politik muss hier mit Hochdruck an der Problematik arbeiten, denn die nächsten transalpinen Konflikte, verursacht durch mögliche weitere, kurzfristig angekündigte Tiroler Blockabfertigungen, stehen vor der Tür“, so Lehmann.

pdfLBS Brennpunkt - Blockabfertigung in Tirol schränkt freien Warenverkehr ein.pdf

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