(26.07.2018)

Der LBS - Landesverband Bayerischer Spediteure mahnt weiteren Ausbau der Parkplätze an Autobahnen sowie intelligente Lösungen für alternative Parkmöglichkeiten an, um mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen.

Mit dem Höhepunkt der Reisezeit in den Sommerferien rückt ein ungelöstes Problem auf den Bundesfernstraßen wieder verstärkt in die Wahrnehmung: überfüllte Parkplätze an den deutschen Autobahnen. Während aktuell gerade aus Nordrhein-Westfalen über große Engpässe berichtet wird, stellt sich im Durchgangsland Bayern die Situation nicht viel besser dar – insbesondere dann, wenn zusätzlicher Ferienverkehr unterwegs ist.

Privater wie gewerblicher Verkehr sind gleichermaßen betroffen, wenn die verfügbare Fläche nicht mehr ausreicht, die Zufahrten teilweise blockiert sind und sich Rückstaus bis auf die Autobahn ergeben. „Insbesondere für den Lkw-Verkehr mit seinen vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten ergeben sich aus dieser unbefriedigenden Situation massive Belastungen“, erklärt Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. „Dies betrifft sowohl die Sicherheit auch die Wirtschaftlichkeit im Güterverkehr auf der Straße.“

Der LBS registriert positiv, dass sich wenigstens das Thema „Rückbau von Parkplätzen“, das einige Jahre die Planungs-Strategie entlang der Autobahnen bestimmte, inzwischen erledigt und es auch Erweiterungen bestehenden Parkraums direkt an der Autobahn gegeben hat. „Dennoch reichen die vorhandenen Kapazitäten noch lange nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen“, so Lehmann. „Zumal sich das Tempo bei neu gebauten Plätzen wieder verlangsamt hat, weil die großen und genehmigungsrechtlich einfacheren Potentiale überwiegend ausgeschöpft erscheinen.“

Der Konflikt zwischen der gesetzlichen Pflicht, Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten, und der Möglichkeit, einen dafür geeigneten Parkplatz anzusteuern, bleibt aus Sicht des LBS unter den gegebenen Voraussetzungen vorhanden. Jeder zeitfressende Stau und jeder belegte Parkplatz sorgen hier für Störungen im System. Lehmann: „Die Fürsorge für Mitarbeiter, die am rollenden Arbeitsplatz leben und wohnen, mündet seitens der Unternehmer wie des Verbands in die grundsätzliche Forderung nach einer ausreichenden Zahl an Park- und Rastplätzen mit Zugang zu Waschräumen, Toiletten und der Möglichkeit, tatsächlich Ruhe zu finden. Dies ist, in der Folge, auch eine Frage der Verkehrssicherheit.“
Ordentliche und sichere Parkplätze sind nicht zuletzt wegen der größeren Betriebssicherheit von höchster Bedeutung. Dies betrifft nicht nur das geringere Unfallrisiko für Fahrer und Fahrzeug, sondern auch den Schutz vor Kriminalität. Der Bedarf ist bei allen Beteiligten grundsätzlich erkannt, die Lösung der Nachfrage allerdings lässt auf sich warten. Dies ist nicht nur in Deutschland so, sondern in weiten Teilen Europas.

Lösungen, die autobahnnahe Parkräume (z.B. in Gewerbegebieten oder auf Firmengeländen) in einem geregelten und gesteuerten Verfahren zugänglich machen, könnten Abhilfe schaffen. Allerdings sind hier derzeit nur Insellösungen zu beobachten, bei denen Unternehmen ihr bewachtes Firmengelände für Gastparker zugänglich machen. Im Gegenzug sprechen aber immer mehr Gemeinden Halte- und Parkverbote für rastende Lkws in ihren Gewerbegebieten aus. Daraus folgt in der Summe eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung bei den Ausweichmöglichkeiten.

Entwicklungen, den Parksuchverkehr digital zu geeigneten Standorten zu lenken, z.B. über Apps, bedienen bisher nur Nischenbedarf wie Sicherheitstransporte, haben bisher auf allgemeiner Ebene aber keine relevante Größe erreicht. Ein entsprechendes Telematik-Angebot könnte zur Entlastung der Parksituation direkt an der Autobahn beitragen. „Geeignete Objekte sind genauso wie die Akzeptanz in den betroffenen Kommunen bisher Mangelware“, stellt Lehmann fest. „Auch fehlen schlüssige Konzepte und Kostenmodelle für diese Form von bewirtschaftetem Parkraum.“

Mit Blick auf den Reiseverkehr fordert der LBS alle Verkehrsbeteiligten zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme auf. Gerade unerfahrene Fahrer von Privatfahrzeugen neigen dazu, den großzügigen Parkraum zu nutzen, der eigentlich für Lkw vorgesehen ist. Insbesondere wenn dies von Gespannen oder Wohnmobilen für längere (Übernacht-)Aufenthalte genutzt wird, fehlt dringend benötigte Stellfläche. Wenn Lkw-Fahrer in Parklatz-Not wiederum Pkw-Stellflächen nutzen, entsteht ebenfalls Konfliktpotential. „Diese Zustände ließen sich vermeiden, wenn die nötigen Park-, Rast- und Ruheflächen adäquat zur Zunahme des Verkehrs ausgebaut würden“, sagt Lehmann. „Die mit der Erweiterung verbundenen Kosten sind alles andere als Luxus. Sie sind dringend gebotene Investitionen in die Sicherheit unserer Fernstraßen.“ pdfLBS_BRENNPUNKT_Parkplätze_an_der_Autobahn_Juli_2018.pdf115.83 KB

Adresse

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